CFD Consultants GmbH tritt dem Netzwerk Medical Valley Hechingen bei

Die CFD Consultants GmbH freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Medical Valley Hechingen, ein Zusammenschluss von etwa 45 innovativen Unternehmen aus dem Bereich Medizintechnik, deren Zulieferer und Dienstleiter im Raum Hechingen und der gesamten Neckar-Alb Region.

Durch den Beitritt zu dem Netzwerk ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten der Zusammenarbeit auf unternehmerischer Ebene, sowie Gelegenheiten zum persönlichen Austausch und umfassendem Wissens- und Erfahrungstransfer.

Aufgrund langjähriger Erfahrung mit der Berechnung von Strömungsvorgängen im Bereich Medizintechnik (Beispiel: Aneurysma) bringt die CFD Consultants GmbH das nötige Wissen in das Netzwerk ein.

Am 18.11.19 hält unser Geschäftsführer, Herr Dr. Volker Kassera, im Rahmen eines Netzwerkreffens einen Vortrag mit dem Titel Strömungssimulation in der Medizintechnik – Anwendungen, Potentiale, Grenzen.

CFD in der Medizin: Wie Strömungsberechnungen Patienten mit zerebralen Aneurysmen helfen können.

Ein zerebrales Aneurysma ist eine sackartige Ausbuchtung der Gefäßwand einer Hirnarterie. Laut der deutschen Schlaganfall-Stiftung (DSG) leben in Deutschland etwa 1.5 Millionen Menschen mit einem Hirnaneurysma. Bei den meisten Menschen bleibt das Aneurysma zeitlebens unerkannt. Aneurysmen können vollkommen unauffällig bleiben, aber auch eine lebensbedrohliche Blutung im Hirn verursachen (Subarachnoidalblutung, eine spezielle Form des Schlaganfalls).

Zerebrales Aneurysma an einer Aufzweigung einer Hirnarterie

Auch ihre Behandlung ist nicht ohne Risiko. Hierbei unterscheidet man 2 gängige Verfahren bei denen das Aneurysma jeweils verschlossen wird: Neurochirurgisch, während einer kleinen Schädeleröffnung mithilfe einer Klemme („Clipping“) oder neuroradiologisch, durch Vorschieben einer Metallspirale mithilfe eines Mikrokatheters über die Leistenarterie bis in das Aneurysma („Coiling“).

Und CFD?

Es ist bekannt, dass an dünnwandigen („vulnerablen“) Aneurysmenregionen ein erhöhtes Rupturrisiko besteht. Die Korrelation zwischen Gefäßwanddicke und den Strömungseigenschaften des Blutflusses ist Gegenstand intensiver medizinischer Forschung und empirisch belegt.

Darstellung von Wandschubspannungen. Rote Bereiche zeigen hohe Wandschubspannungen, Blaue niedrige.

Mithilfe von CFD-Strömungssimulationen können über die Darstellung von Strömungsparametern wie z.B. Wandschubspannungen und durch Bildung von Kennzahlen („Scores“) Rückschlüsse über dünn-wandige Bereiche des Aneurysmas, bei denen ein erhöhtes Rupturrisiko besteht, getroffen werden.

CFD unterstützt bei Fragen wie:

  • Soll operiert werden oder wartet man ab?   Wie hoch ist das Risiko einer Ruptur bei einer Operation? Wie hoch ist das Risiko bei Nichtbehandlung?
  • Clipping oder Coiling? Mithilfe welcher Operationsmethode soll operiert werden?
  • Wie soll bei der Operation vorgegangen werden? Die Rückseite des Aneurysmas ist bei einer Operation nicht sichtbar, Strömungsberechnungen hingegen liefern Informationen an jeder Stelle des Gefäßes.
Stromlinien in einem Aneurysma

Aktuell ist das Team der CFD Consultants GmbH, zusammen mit Partnern aus Industrie und Akademie, in ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung eines CFD-basierten Verfahrens zur Detektion von zerebralen vulnerablen Aneurysmenregionen involviert.

Ziel des Forschungsvorhabens ist es, ein eigenständiges Programm mit voll automatisiertem Arbeitsablauf zu entwickeln, dessen Anwendung bei der Aneurysmenbehandlung Teil der klinischen Routine wird und in der Notfallmedizin eingesetzt werden kann.

Kontakt: Klaus-Peter Helbig, CFD Consultants GmbH